Ein Update der Bnei Menashe Alijah

August 2026: Ein Bundesstaat in Gefahr

Im August 2026 befindet sich Manipur weiterhin in einem Kreislauf aus Gewalt, politischer Unsicherheit und humanitärem Leid. Drei Jahre nach Ausbruch des ethnischen Konflikts kämpft der Bundesstaat mit sporadischen Zusammenstößen, gravierenden Versorgungsengpässen und einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft, für deren Überwindung bislang keine Anzeichen erkennbar sind.

Die Gewalt ist zwar seltener geworden, bleibt jedoch tödlich. Im Mai 2026 wurden sechs Zivilisten der Naga entführt und getötet, wodurch sich die Spannungen zwischen den Gemeinschaften der Naga und der Kuki-Zo erheblich verschärften. Sicherheitskräfte führen weiterhin Operationen im gesamten Bundesstaat durch, nehmen Mitglieder verbotener militanter Organisationen fest und beschlagnahmen Waffen, Munition und Sprengstoff. Die zugrunde liegenden ethnischen Spannungen sind jedoch weiterhin ungelöst; die verschiedenen Gemeinschaften leben in einem Klima des Misstrauens und der Angst.

Eine Krise spielt sich derzeit auf dem National Highway 37 ab, einer wichtigen Lebensader des Bundesstaates. Am 31. Juli 2026 traten Transportunternehmen aus dem Mineralölsektor in einen unbefristeten Streik und stellten den Transport von Treibstoff und Flüssiggas (LPG) mit Tanklastwagen ein. Sie protestieren damit gegen die weit verbreitete Erpressung durch bewaffnete Gruppen. Die Transportunternehmen geben an, an bis zu sechs verschiedenen Kontrollpunkten gezwungen zu werden, illegale „Steuern“ zu zahlen. Die geforderten Beträge seien Berichten zufolge von 200 Rupien auf bis zu 7.000 Rupien pro Lastwagen gestiegen. Dies hat zu langen Warteschlangen an den Tankstellen in Imphal geführt und birgt die Gefahr eines weitreichenden Treibstoffmangels.

Politisch bleibt der Bundesstaat instabil. Zivilgesellschaftliche Gruppen der Meitei haben der Regierung des Bundesstaates ein Ultimatum gestellt und fordern, bis zum 6. August Schritte zur Aktualisierung des staatlichen Registers indischer Staatsbürger einzuleiten, um mutmaßlich illegal eingewanderte Personen zu identifizieren. Sie drohen mit einer Verschärfung der Proteste, sollte die Forderung ignoriert werden.

Unterdessen protestiert die Kuki-Zo-Gemeinschaft weiterhin gegen die Verhaftung ihrer Anführer. Die Landesregierung, die nach einem Jahr der Zentralregierung von Neu-Delhi aus  im Februar 2026 ihr Amt antrat, hat Schwierigkeiten, die ethnischen Gräben zu überwinden – trotz der Ernennung von stellvertretenden Ministerpräsidenten aus beiden Gemeinschaften.

Die humanitären Folgen sind weiterhin verheerend. Mehr als 60.000 Menschen leben, nach wie vor in Notunterkünften und können nicht in ihre Heimat zurückkehren. Über 7.800 Häuser wurden zerstört. Tausende Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben wurden,  haben Schwierigkeiten, ihre grundlegenden Bedürfnisse zu decken; einige Schüler laufen Gefahr, ihre Schul- oder Ausbildung abbrechen zu müssen.

Die Anfänge der Krise: Mai 2023

Um die aktuelle Krise in Manipur zu verstehen, muss man die bestehenden Konflikte über Jahrhunderte hinweg zurückverfolgen. Manipur war einst ein unabhängiger Fürstenstaat und wurde 1949 in Indien eingegliedert – ein Schritt, der historisch bis heute umstritten ist.

Die britische Kolonialverwaltung verfestigte eine Trennung zwischen Tal- und Bergregionen: Die überwiegend hinduistische Gemeinschaft der Meitei, die etwa 53 % der Bevölkerung ausmacht, lebte vor allem in den fruchtbaren Ebenen rund um Imphal. Die Kuki-Zo, Naga und andere Stammesgemeinschaften, die überwiegend christlich sind, leben dagegen hauptsächlich in den umliegenden Bergregionen, die etwa 90 % der Fläche des Bundesstaates ausmachen.

Die Regierung von Manipur verbot Nicht-Stammesangehörigen – hauptsächlich den Meitei – den Erwerb von Land in den Bergregionen. Gleichzeitig wurde den in den Bergregionen lebenden Stammesgemeinschaften besondere Schutzrechte und Quoten bei Arbeitsplätzen, Bildung und politischer Vertretung gewährt.

Die Meitei, im Tal, die ebenfalls Fördermaßnahmen erhielten, fühlten sich zunehmend unter Druck, da ihre Bevölkerung wuchs, während die Bergstämme über große, geschützte Waldgebiete verfügten.

Diese demografische Veränderung, verstärkt durch den Zustrom von Chin-Kuki-Flüchtlingen aus Myanmar, die vor dem dortigen Bürgerkrieg und den Unruhen flohen, schuf eine hochexplosive Situation, die nur noch auf einen Auslöser wartete.

Der Auslöser kam am 14. April 2023, als der oberste Gerichtshof von Manipur die Regierung des Bundesstaates anwies, eine Aufnahme der Meitei in die Liste der Förderprogramme, die die Stämme in den Bergregionen hatten zu prüfen.

Die Meitei erhoffte dass ihnen dadurch Zugang zu Land in den Bergregionen sowie zusätzliche Schutzrechte ermöglicht werden würde. Die Stammesgemeinschaften in den Bergregionen betrachteten dies wiederum als existenzielle Bedrohung für ihre eigenen Schutzrechte und ihre ethnische Identität.

Die Stammesgemeinschaften der Bergregionen organisierten große Proteste, und stießen auf die Gegenblockaden der Meitei. Am 3. Mai 2023 brach in Torbung-Kangvai an der Grenze zwischen Churachandpur und Bishnupur Gewalt aus. Noch am selben Abend setzten Kuki-Mobs Eigentum der Meitei in Brand; daraufhin übten Meitei-Mobs im Tal Vergeltung und brannten Siedlungen der Kuki sowie Kirchen nieder. Innerhalb von 48 Stunden hatte sich die Gewalt auf mehrere Distrikte ausgeweitet. Es wurden Ausgangssperren verhängt, Schießbefehle erlassen und das Internet abgeschaltet. Aus den Waffenlagern der Polizei verschwanden Waffen.

Die Gewalt erwies sich als langanhaltend und verheerend. Bis Ende 2024 lag die Zahl der von staatlicher Seite bestätigten Todesopfer bei 258, während mehr als 60.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden waren. Mehr als 250 Kirchen wurden zerstört; außerdem wurden mindestens zwei Synagogen niedergebrannt.

Ausweitung des Konflikts:

Bis Mitte 2026 hatte sich der Konflikt über die Konfrontation zwischen Meitei und Kuki-Zo hinaus ausgeweitet. Jetzt kam es zwischen Kuki-Zo und Naga zu neuen Zusammenstößen.

Die Gewalt begann im Februar 2026, als eine kleinere Auseinandersetzung im Distrikt Ukhrul zu einem ethnischen Konflikt eskalierte. Zwischen Februar und Juni 2026 wurden 48 Menschen entführt, 20 getötet und mehr als 50 Häuser niedergebrannt. Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich am 13. Mai, als sechs Naga-Männer aus Kangpokpi entführt wurden. Ihre Leichen wurden 26 Tage später gefunden.

Die Zusammenstöße zwischen Naga und Kuki-Zo haben ihre Wurzeln in historischen Konflikten, die bis in die 1990er-Jahre zurückreichen. Damals kamen bei Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gemeinschaften etwa 1.000 Menschen ums Leben.

Auch die Bevölkerungsentwicklung und Umsiedlungen haben die Spannungen verschärft: Nachdem viele Kuki-Zo aus dem Tal vertrieben worden waren, zogen sie in Bergregionen, in denen bereits Naga-Dörfer existierten. Dies hat innerhalb der Naga-Gemeinschaft die Befürchtung verstärkt, dass selbst kleinere Streitigkeiten schnell zu größeren ethnischen Auseinandersetzungen eskalieren könnten.

Der Exodus einer Gemeinschaft: Die Bnei Menashe

Inmitten dieses Chaos hat eine Gemeinschaft einen Weg gefunden, das Land zu verlassen: die Bnei Menashe, eine ethnische Gruppe der Kuki, die ihre Abstammung auf den antiken, als verschollen geltenden Stamm Manasse zurückführt. Im 19. Jahrhundert wurden sie durch Missionare zum Christentum bekehrt. Im 20. Jahrhundert entstand innerhalb der Gemeinschaft eine Bewegung, die zu ihrem vermeintlichen alten Glauben zurückkehren wollte. Heute praktizieren sie das Judentum, und Israel erkennt sie offiziell als „Nachkommen Israels“ an.

Die Bnei Menashe haben im jüdischen Staat eine außergewöhnliche Geschichte des Militärdienstes aufgebaut und weisen unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Landes die höchste Einberufungsquote zur israelischen Armee (IDF)auf. Erstaunliche 99 % der wehrdienstberechtigten Bnei-Menashe-Männer melden sich nach ihrer Einwanderung nach Israel (Aliyah) freiwillig zum Militärdienst. Während 10 % der Bnei-Menashe-Frauen Militärdienst leisten, absolvieren die übrigen 90 % aufgrund orthodoxer religiöser Vorschriften einen nationalen zivilen Dienst (Sherut Leumi).

Dieses Engagement für die Verteidigung Israels wurde während des jüngsten Krieges besonders deutlich. Als die schweren Kampfhandlungen ausbrachen, wurden mehr als 215 Mitglieder der Gemeinschaft umgehend in Kampfgebiete entsandt. Darunter waren 75 aktive Soldaten in Elite-Infanteriebrigaden sowie 140 Reservisten, die Verteidigungsstellungen besetzten. Zwei IDF-Soldaten aus der Gemeinschaft kamen dabei ums Leben:

·       Stabsfeldwebel Geri Gideon Hanghal, 24, aus Nof HaGalil, wurde am 9. November 2024 bei einem terroristischen Rammangriff getötet, während er in der Kfir-Brigade diente.

·       Stabsfeldwebel Gary Lalhruaikima Zolat, 21, aus Afula, wurde am 12. November 2024 durch eine Explosion während eines Einsatzes im nördlichen Gazastreifen getötet.

 

Angesichts dieses ausgeprägten Zionismus und der Gefahren, denen die Gemeinschaft in Manipur ausgesetzt ist, haben Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der Minister für Einwanderung und Integration, Ofir Sofer, eine umfassende Regierungsinitiative auf den Weg gebracht. Der Plan mit dem Codenamen „Operation Wings of Dawn“ sieht vor, bis 2030 etwa 5.800 Bnei Menashe aus Manipur und Mizoram nach Israel umzusiedeln. Rund 1.200 Einwanderer sollen bis Ende 2026 nach Israel kommen. Weitere 4.600 Menschen sollen bis 2030 folgen, sodass die vollständige Umsiedlung der Gemeinschaft abgeschlossen sein soll.

Am 23. April 2026 landete ein von der International Christian Embassy Jerusalem (ICEJ) unterstützter Charterflug mit mehr als 230 neuen Olim erfolgreich am Flughafen Ben Gurion. Weitere 600 Menschen sollen im November 2026 mit drei zusätzlichen Flügen eintreffen. Israelische Politiker haben diese Alija ausdrücklich als eine „Rettungsaktion“ bezeichnet, die durch die Gewalt motiviert sei, von der die Bnei Menashe unmittelbar betroffen sind. Ihre Synagogen und Häuser wurden niedergebrannt, und mehr als 2.000 Mitglieder der Gemeinschaft wurden vertrieben.

Die Alija der Bnei Menashe stellt eine bemerkenswerte Ironie dar: Eine Gemeinschaft, deren ethnische Wurzeln tief in Manipur liegen und die dort zwischen die Fronten des ethnischen Konflikts geraten ist, verlässt das Land ihrer Geburt und zieht in ihre spirituelle Heimat, wo sie sich als einige der engagiertesten Verteidiger des jüdischen Staates erwiesen hat.

Der Weg nach vorn

Die Krise in Manipur hat eine Büchse der Pandora geöffnet, deren Folgen nach Ansicht von Experten nur durch strukturelle Reformen bewältigt werden können. Zu den wichtigsten Prioritäten gehören die Rückbeschaffung geplünderter Waffen, die Auflösung von Bürgerwehren und bewaffneten Parallelstrukturen sowie die Einrichtung glaubwürdiger Friedenskomitees, in denen auch Frauen und Vertreter der Zivilgesellschaft aus allen Konfliktparteien beteiligt sind.

Ebenso entscheidend ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen des Konflikts: Die Entwicklung der Bergregionen muss beschleunigt werden, um die Kluft zwischen Tal und Bergregionen zu verringern. Der Mohnanbau sollte durch alternative Einkommensmöglichkeiten reguliert und die Friedensvereinbarungen mit entsprechenden Schutzmechanismen wiederbelebt werden. Der Weg zum Frieden erfordert außerdem Foren für Wahrheitsfindung und Versöhnung, gemeinsame Jugendcamps verschiedener Bevölkerungsgruppen sowie wirtschaftliche Förderprogramme, die an gemeinsame Projekte geknüpft sind und dazu beitragen können, das gegenseitige Vertrauen wieder aufzubauen.

Für die Menschen in Manipur geht das Warten auf einen dauerhaften Frieden weiter. Drei Jahre der Gewalt haben gezeigt, dass die Bewohner des Bundesstaates ohne eine Auseinandersetzung mit den strukturellen Ungleichheiten und historischen Konflikten weiterhin in einem Kreislauf aus Misstrauen, Trennung und Leid gefangen bleiben werden.

Und für die Bnei Menashe ist die Reise nach Israel – so sehr sie ein Zeichen ihrer Widerstandskraft und ihres Patriotismus ist – zugleich eine bewegende Erinnerung an das, was sie in dem Land verloren haben, das sie einst ihre Heimat nannten.


Der Sommer - Zeit der Rückkehr nach Israel

Die Aliyah-Saison hat begonnen! Für jüdische Familien auf der ganzen Welt ist der Sommer die ideale Zeit, nach Israel zurück zu kehren.

Traditionell richten Familien in der jüdischen Diaspora ihren Umzug nach dem israelischen Schuljahr aus, das in diesem Jahr am 1. September beginnt. Die meisten möchten bereits im Juli oder August ankommen, damit ihre Kinder ins neue Schuljahr starten können, wie alle anderen Schüler auch.

Warum gerade im Sommer? Praktische und ideelle Beweggründe

Die Entscheidung, Aliyah im Sommer zu verwirklichen, verbindet praktische Herausforderungen mit einer tiefen inneren Überzeugung. Familien mit schulpflichtigen Kindern müssen rechtzeitig eine Wohnung finden, alle notwendigen Formalitäten erledigen und mit der Eingewöhnung in die hebräische Sprache beginnen, bevor das neue Schuljahr ihre volle Aufmerksamkeit erfordert. Der Schulbeginn am 1. September schafft daher ein enges Zeitfenster für Wohnungssuche, Schulanmeldungen und Integrationsangebote.

Jedoch geht Dringlichkeit weit über organisatorische Fragen hinaus. Der weltweit zunehmende Antisemitismus hat für viele Familien den Entschluss zur Auswanderung zusätzlich verstärkt. Bemerkenswert ist, dass sich viele nicht trotz der Herausforderungen in Israel für die Aliyah entscheiden, sondern gerade ihretwegen – getragen von dem Wunsch, in einer schwierigen Zeit ihren Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. Allein für das Jahr 2024 rechnete die Jewish Agency mit 15.500 jüdischen Einwanderern aus westlichen Ländern – fast zweieinhalbmal so vielen wie im Vorjahr.

Sommercamps: Freizeitangebote zur Vorbereitung auf die Heimkehr

Jüdische Sommercamps sind seit langem ein wichtiger Bestandteil des jüdischen Lebens in der Diaspora. Für Kinder und Jugendliche aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion – in denen das jüdische Leben über Generationen hinweg unterdrückt wurde – erfüllen diese Camps eine wichtige Aufgabe.

Seit 2005 unterstützt die International Christian Embassy Jerusalem (ICEJ) Sommer- und Wintercamps, die von der Jewish Agency for Israel organisiert werden. Sie erstrecken sich über acht Zeitzonen – vom Baltikum bis in den Fernen Osten. Allein in Lettland nahmen kürzlich 95 Kinder und 23 Betreuer an einem von der ICEJ unterstützten Camp teil, darunter ukrainische Flüchtlingskinder ebenso wie jüdische Kinder aus der Region.

Für viele Teilnehmer war es der erste Schabbat, den sie bewusst erlebten, die erste Begegnung mit der hebräischen Sprache und ihre erste persönliche Verbindung zu Israel. Die Camps verbinden das Kennenlernen jüdischer Kultur und Tradition, die Vermittlung von Wissen über Israel sowie eine praktische Vorbereitung auf die Aliyah. Sie sind damit eine Investition in die prophetisch verheißene Heimkehr des jüdischen Volkes.

Naale- und SELA-Programme als Hilfe für Aliyah

Sommercamps dienen als Einstieg in die strukturierten Jugend-Aliyah-Programme der Jewish Agency for Israel (JAFI). Naale („Jugendliche, die vor ihren Eltern einwandern“) ermöglicht Jugendlichen eine geförderte Schulausbildung in Israel – häufig mit dem Ergebnis, dass später ganze Familien nach Israel einwandern. Etwa 90 % der Naale-Schülerinnen und -Schüler bleiben in Israel, und rund 60 % ihrer Eltern folgen ihnen schließlich.

Für ältere Jugendliche bietet SELA jüdischen jungen Menschen im Alter von 17 bis 21 Jahren einen Weg, an israelischen Universitäten zu studieren und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Die Teilnehmenden lernen Hebräisch und die israelische Kultur kennen und bereiten sich auf das akademische Leben oder den Militärdienst vor. Das Programm endet mit der Ausstellung israelischer Personalausweise für die Teilnehmenden – ein tiefgreifender Wandel, der ihre neue Identität sichtbar macht.

Der Kreislauf der Inspiration

Ein besonders wirkungsvoller Aspekt des Camp-Modells ist die gegenseitige Inspiration unter den Jugendlichen. Wenn die israelischen Schulen im Sommer schließen, kehren viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugend-Aliyah in ihre Herkunftsländer zurück – und zu genau den Camps, in denen sie erstmals die Vision einer Aliyah entwickelt haben. Dort erzählen sie aus erster Hand von ihrem Leben in Israel, berichten über ihre Erfahrungen mit Naale und SELA und ermutigen jüngere Teilnehmer, denselben Weg zu gehen.

Die ICEJ freut sich außerdem berichten zu können, dass eine weitere Welle der Aliyah aus Äthiopien bevorsteht. Ein Team der Jewish Agency und des Ministeriums für Aliyah und Integration ist kürzlich aus Äthiopien zurückgekehrt, wo es damit begonnen hat, den Weg für die Heimkehr Hunderter äthiopisch-jüdischer Familien vorzubereiten, die infolge der Wirtschaftskrise nach Bürgerkrieg und ethnischen Konflikten in schwierigen Verhältnissen leben.

Die Gemeinschaft der „Beta Israel“ in der Region Tigray steht vor einem der gefährlichsten Kapitel ihrer langen und schwierigen Geschichte, die von wiederholten Bedrohungen geprägt ist. Viele bereiten sich darauf vor, mit der Hilfe der ICEJ bald nach Israel zurückzukehren.

Darüber hinaus wird die ICEJ in der ersten Augustwoche erneut einen vollständigen Charterflug für französische Jüdinnen und Juden finanzieren – bereits der zweite derartige Flug in diesem Sommer.

Darüber hinaus unterstützt die ICEJ aktiv die dringende Aliyah-Operation „Wings of Dawn“ und hat 100 der insgesamt 600 Bnei Menashe finanziell unterstützt, die kürzlich aus dem abgelegenen Nordosten Indiens in Israel angekommen sind. Im Rahmen des Fünfjahresplans der israelischen Regierung bereiten sich nun weitere Familien israelitischer Abstammung auf zusätzliche Flüge vor, die für den kommenden November aus Indien geplant sind.

Fazit: Ein Aufruf zum Handeln

Diese Zeit von Alijah ist nicht einfach nur eine Wiederholung der Geschichte – sie ist die Entfaltung biblischer Prophezeiungen. Jeder Sommer bringt neue Familien, neue Geschichten und neue Erfüllungen der alten Verheißungen Gottes, Sein Volk aus den vier Himmelsrichtungen nach Hause zu bringen.

Dennoch bleibt der Bedarf dringend. Von der Finanzierung von Sommercamps, in denen der Samen der Rückkehr gelegt wird, bis hin zur Unterstützung von Charterflügen, die jüdische Familien tatsächlich nach Hause bringen: Die Christliche Botschaft steht an der Seite des jüdischen Volkes – auf jedem Schritt dieses Weges.

Wir laden Sie ein, uns bei dieser bedeutungsvollen Aufgabe zu unterstützen.

Ihre Unterstützung ermöglicht Aliyah-Flüge, Sommercamps, Jugendprogramme und sogar lebensrettende Transporte für Jüdinnen und Juden, die endlich ihren Weg nach Israel antreten. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass diese Zeit der Rückkehr weitergeht – nicht nur in diesem Sommer, sondern das ganze Jahr über.

Bitte erwägen Sie, heute großzügig zu spenden, um dabei zu helfen, noch mehr jüdische Menschen nach Hause zu bringen. Vielen Dank.!


Die Heimkehr der Bnei Menashe Juden geht weiter

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) mehr als 1.400 Angehörigen des Stammes der Bnei Menashe im Nordosten Indiens bei der Einwanderung nach Israel geholfen, darunter 100 Neuankömmlinge in diesem Frühjahr. Wir freuen uns bekanntzugeben, dass die ICEJ in Partnerschaft mit der Jewish Agency for Israel Teil der nächsten Gruppe von 600 Bnei Menashe sein wird, die im November auf drei Flügen nach Israel einreisen sollen.

Dies ist eine der außergewöhnlichsten Heimkehrgeschichten Israels. Die Bnei Menashe(„Kinder Manasse‘s“) führen ihre Abstammung auf einen der zehn nördlichen Stämme Israels zurück, die 722 v. Chr. von den Assyrern ins Exil geführt wurden. Nach einer 2.700 Jahre langen Reise nähert sich ihre Zeit im Exil nun dem Ende zu.

In Sihphir, einem Dorf in den grünen Hügeln Nordostindiens, werden jeden Freitagabend Kerzen angezündet, und Gebete in hebräisch gesprochen. Eine kleine Synagoge, deren Tür mit einer Menora gekennzeichnet ist, füllt sich mit Männern, die in einen Tallit gehüllt sind.  Die Frauen sitzen auf der anderen Seite eines Vorhangs. Durch der langen Wanderung durch Zentralasien bis in die abgelegenen Bergregionen Indiens und Myanmars hielten die Bnei Menashe an ihrem israelischen Erbe fest. Ihre Rückkehr nach Israel begann schließlich in der Neuzeit, als Israels sephardischer Oberrabbiner sie im Jahr 2005 als „Söhne Israels“ anerkannte. Seitdem kehren sie – Familie für Familie – in ihre Heimat zurück.

Im November 2025 genehmigte die israelische Regierung die Operation „Wings of Dawn“, die die gesamte verbliebene Gemeinschaft von rund 5.800 Menschen bis zum Jahr 2030 nach Israel bringen wird. Die Durchführung des Programms liegt in den Händen der Jewish Agency for Israel.

Die Mission trägt ihren Namen gemäß Psalm 139,9, der daran erinnert, dass Gottes Gegenwart selbst bis in den äußersten Osten reicht, dort, wo die Morgenröte ihren Anfang nimmt.

Diese Alijah ist zugleich eine Rettungsaktion. Die ethnischen Konflikte zwischen rivalisierenden Volksgruppen im indischen Bundesstaat Manipur haben auch die Bnei Menashe getroffen. Synagogen und Wohnhäuser wurden niedergebrannt, und mehr als 2.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Die Krise hat der Aufgabe, die verbliebenen Bnei Menashe nach Israel zu bringen, neue Dringlichkeit verliehen.

Auf jedem Sitzplatz der Flüge im kommenden November werden Mitglieder von Bnei-Menashe-Familien sitzen, die sich nach Zion sehnen. Hier sind die Geschichten von drei solcher Familien:

Die Familie Hnamte

Simeon Hnamte ist 34 Jahre alt, und sein ganzes Leben steuert auf diesen Moment zu, der in diesem Jahr Wirklichkeit werden wird.  Seine Großeltern halfen vor mehr als drei Jahrzehnten beim Aufbau der Gemeinschaft in Sihphir. Das Einhalten des Schabbat in einem Mizo-Dorf bedeutete, sich den Nachbarn erklären zu müssen. Seine Großmutter Malka zog vor mehr als zwanzig Jahren nach Kiryat Arba in Judäa. Seine Tante Dina lebt seit 2006 in Afula im Galiläa, und seine Mutter Devorah, 62 Jahre alt, steht bereits auf der Passagierliste für eine Gruppe in diesem Herbst.

Simeon dient der Gemeinschaft als Chazzan (Kantor) und repariert beschädigte Samsung- und Xiaomi-Handys, um für seine Frau Rivka und ihre drei Söhne zu sorgen: Yehuda (10), Aviram (8) und Osher (4). Ihre Unterlagen sind in den letzten Zügen zur Einreisegenehmigung.  Osher, der Jüngste, hat besondere Bedürfnisse, die in Israel angemessen betreut werden können.

Die Familie Pachuau

Im Jahr 2006 erhielt Yehoshua Pachuau im Alter von 27 Jahren eine Brit Milah (Beschneidungszeremonie). Im selben Jahr wanderten seine Brüder Menakhem und Gerson nach Galiläa aus, wo sie bis heute leben. Yehoshua blieb zurück, heiratete Leah und zog vier Kinder groß: Eitan (21), Leah (19), BatSheva (16) und Naomi (7).

Er bewirtschaftet das Land, das ihm zur Verfügung steht, und nimmt Gelegenheitsarbeiten als Tagelöhner an, wann immer sich eine Möglichkeit bietet – manchmal ist er dafür mehrere Tage weit weg von zu Hause. Trotz allem hält er den Schabbat und isst koscher. Einige seiner Passdaten müssen noch geklärt werden. Die Familie hat die ersten Gruppen verpasst und betet nun, bei der nächsten dabei sein zu können.

Die Familie Ralte

Itzhak Ralte hat seine Schwester Rina seit fast dreißig Jahren nicht mehr gesehen. Im Jahr 1998, als er 18 Jahre alt war, war sie bereits nach Israel ausgewandert. Er heiratete Zelda, die einen Gemüsestand auf dem Markt betreibt, und sie bekamen Ruth (19), Reuben (17) und Yolina (10).

Itzhak verdient seinen Lebensunterhalt als Busfahrer. Seine Nichten und Neffen in Israel sind inzwischen erwachsene Menschen, die er noch nie getroffen hat. Er hofft, dass sich das noch vor Ende dieses Jahres ändern wird.

Seine Tochter Ruth träumt davon, Pilotin zu werden, obwohl sie noch nie in einem Flugzeug gesessen hat – denn sie weiß, dass Frauen in Israel fliegen können.

 

Was Sie tun können

Diese drei Familien gehören zu einer größeren Gruppe, die sich darauf vorbereitet, in nur wenigen Monaten Alijah zu machen. Die Kosten, um sie nach Hause zu bringen, umfassen mehrere Flüge von Nordostindien nach Tel Aviv, die Bearbeitung von Dokumenten und die Koordination mit Behörden, Unterstützung bei der Ankunft, Hebräischkursen, sowie Hilfe bei der Wohnungssuche.

Ihre Spende zur Unterstützung der Mission „Wings of Dawn“ trägt dazu bei, diese Familien und viele weitere nach Israel zu bringen. Nun kennen Sie ihre Namen: Simeon und Rivka, Yehoshua und Leah, Itzhak und Zelda. Im November wird ihr langes Warten auf die Rückkehr nach Zion ein Ende haben.

Eine Spende an den Alijah- und Integrationsfonds der ICEJ hilft diesen und anderen Familien dabei, einen erfolgreichen Start im Land Israel zu ermöglichen. Vielen Dank für Ihre Spende.


ICEJ sponsort Flüge um französische Juden nach Hause - nach Israel zu bringen

Als langjähriger Beobachter der Aliyah-Trends für die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem hat der Frühling 2026 das bestätigt, was wir seit Monaten prognostiziert haben. Ein tiefgreifender und anhaltender Anstieg der Einwanderung aus Frankreich nimmt Gestalt an, der die jüdische demografische Landkarte weltweit verändern wird. Die Zahlen sind nicht bloß Statistiken, sie stehen für eine historische Neuordnung, da die größte jüdische Gemeinde Europas ihre Zukunft zunehmend in Israel sieht.

Bei der Beobachtung der Aliyah haben wir selten eine so klare und entschlossene Bewegung erlebt, die von einer komplexen Mischung aus Faktoren im Heimatland und des Ziehens eines resilienten jüdischen Staates angetrieben wird.

Die Daten repräsentieren eine deutliche Entwicklung. Im Verlauf des Jahres 2025 hat die Aliyah aus Frankreich einen dramatischen Sprung gemacht, wobei offizielle israelische Quellen einen Anstieg um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr melden. Das bedeutete mehr als 6.000 französische Juden, die den Schritt wagten – ein Anstieg auf 3.357 im Jahr 2025 und ein atemberaubender Zuwachs von 205 Prozent seit 2023. Dieser Trend hat sich sogar noch verstärkt: Anfang 2026 ist Frankreich erstmals das weltweit führende Land bei der Einwanderung nach Israel geworden.

Das israelische Ministerium für Aliyah und Integration, das diese Welle vorausgesehen hatte, reagierte entsprechend auf diese „Revolution“ wie sie es im Vorfeld bezeichnet hatten.

„Wir können nicht tatenlos zusehen, wie unsere Brüder und Schwestern in Angst leben“, erklärte der israelische Einwanderungs- und Integrationsminister Ofir Sofer. „Dieser Plan ist unsere konkrete und brüderliche Antwort.“

Der Plan „Aliyah der Erneuerung“, der am 1. Januar 2026 in Kraft tritt, ist eine umfangreiche Initiative der israelischen Regierung zur Vereinfachung und Beschleunigung der Einwanderung nach Israel aus westlichen Ländern – insbesondere aus Frankreich, wo die Zahl antisemitischer Vorfälle nach offiziellen französischen Angaben zuletzt um 350 Prozent gestiegen ist.

Um dieses Phänomen zu verstehen, muss man den Stimmen Gehör schenken, die sich entschlossen haben nach Israel einzuwandern.  Ihre Berichte zeigen, dass die Entscheidung weit komplexer ist als eine bloße Reaktion auf Angst. Für viele ist die Aliyah in erster Linie eine positive, von ihrer Identität geprägte Entscheidung.

Yossef, ein 21-jähriger praktizierender Jude, der 2025 nach Israel einwanderte, erklärte, dass seine Motivation darin bestand, sein Judentum frei ausleben zu können. „In Israel ist es normal, jüdisch zu sein, da mehr als 70 Prozent der Bevölkerung jüdisch sind. Ein religiöser Jude, der den Schabbat einhalten und eine Kippa tragen möchte, kann das tun, ohne dass es jemanden stört“, sagte er Euronews. „In Frankreich kann es hingegen kompliziert sein, als Jude zu leben und sich zu entfalten.“

Doch die Unsicherheit bleibt allgegenwärtig. Sarah, eine 34-jährige Mutter von zwei Kindern, die vor Kurzem mit ihrer Familie von Créteil nach Netanja gezogen ist, schilderte der Zeitung "Le Figaro" die schmerzhafte Abwägung hinter ihrer Entscheidung. „Es war keine Entscheidung, die wir leichtfertig getroffen haben. Wir hatten hier alles: Schule, Arbeit, Familie“, erklärte sie. „Aber meine Kinder konnten nicht mehr mit ihrer Kippa nach draußen gehen, ohne angestarrt zu werden.“

Raphaël, ein 22-jähriger Student, beschrieb gegenüber "Le Parisien" ein ähnliches Gefühl sozialer Ausgrenzung: „An der Universität wurden wir stigmatisiert, sobald wir unsere Unterstützung für Israel zeigten. Es wurde unerträglich.“

Zugleich zeichnet sich ein deutlicher Generationenwandel ab. Auf einer großen Aliyah-Messe für medizinische Fachkräfte in Paris im Mai war die Stimmung unter jungen Berufstätigen besonders ernst und nachdenklich, wie die Zeitung "The Times of Israel" berichtete. „Die Mehrheit der jungen Menschen denkt intensiv darüber nach, wie sie nach Israel ziehen können, bevor es zu spät ist“, bemerkte Dr. Raphael Mimoun, ein 26-jähriger Allgemeinmediziner. „Wegen des Antisemitismus wird es immer schwieriger, hier zu leben.“

Ein weiterer Arzt, Eitan, 37 Jahre alt und Vater von drei Kindern, ergänzte, dass er seinen Umzug nach Jerusalem plane, weil es „für Juden in Frankreich keine Zukunft gibt“.

Diese Neuankömmlinge in Israel handeln nicht aus Panik. Vielmehr treffen sie eine langfristige, strategische Entscheidung – als qualifizierte Fachkräfte, die bereit sind, gemeinsam mit ihren Familien einen Neuanfang zu wagen.

Die neuen Programme der israelischen Regierung bieten nicht nur Sicherheit, sondern auch ein umfassendes Unterstützungsangebot: erweiterten Wohnhilfen, einschließlich eines monatlichen Eingliederungszuschusses im ersten Jahr, beschleunigte Verwaltungsverfahren bis hin zu maßgeschneiderten Hebräischkursen und beruflicher Beratung bei der Arbeitssuche.

Die Aliyah-Messe in Paris im April zog Tausende Besucher an und beinhaltete ein wichtiges neues Element: Israelische Unternehmen warben direkt vor Ort um Fachkräfte – von Ingenieuren bis hin zu Spezialisten aus der Verteidigungs- und Energiebranche. Emmanuel Sion, Direktor der Jewish Agency for Israel, hob gegenüber „Israel Hayom“ die psychologische Bedeutung dieses Ansatzes hervor: „Wenn ein Mensch weiß, dass er bereits einen Arbeitsplatz hat, fällt die Entscheidung zur Aliyah deutlich leichter.“

Ein Ausdruck dieser Entschlossenheit wurde während des intensiven Konflikts „Operation Roaring Lion“ sichtbar. Während Raketen aus Iran und dem Libanon auf Israel abgefeuert wurden, landete ein Sonderflug mit mehr als 50 neuen Olim (jüdischen Einwanderern) aus Frankreich und dem Vereinigtes Königreich auf dem Ben-Gurion-Flughafen.

Zu der Gruppe gehörten mehr als 20 junge Familien, vier Babys sowie ein 92-jähriger Einwanderer. Der israelische Minister für Aliyah und Integration, Ofir Sofer, brachte die Stimmung dieses Moments mit den Worten auf den Punkt: „Das jüdische Volk sieht die Taten und den Mut des Staates Israel und entscheidet sich, Teil davon zu sein.“

Basierend auf allen verfügbaren Informationen und der direkten Arbeit der ICEJ mit Familien wird erwartet, dass die Aliyah aus Frankreich im Sommer 2026 einen neuen Höhepunkt erreicht.

Die ICEJ prognostiziert, dass allein in den Sommermonaten zwischen 2.000 und 3.000 Olim (jüdische Einwanderer) aus Frankreich eintreffen werden. Diese Prognose basiert auf mehreren zusammenwirkenden Faktoren.

Zunächst gibt es sehr viele Einwanderungsanträge: Die offenen Einwanderungsakten aus Frankreich soll Berichten zufolge um 384 % gestiegen sein. Zudem hat die israelische Regierung das Ziel formuliert, bis Ende 2026 insgesamt 15.000 neue Einwanderer aus französischsprachigen Ländern aufzunehmen, wobei Frankreich den überwiegenden Anteil stellen dürfte. Hinzu kommt, dass der Sommer traditionell die Hauptsaison für Familienumzüge ist, da Kinder so rechtzeitig zum Beginn des Schuljahres in Israel eingeschult werden können. Dieser saisonale Faktor dürfte die Dynamik der Migration zusätzlich verstärken.

Unterstützen Sie französische Juden nach Israel einzuwandern. Vielen Dank für Ihre Spende! 

 

 


Die Heimkehr der Bnei Menashe Juden - Gottes Zeichen für die Nationen

Als das erste Flugzeug mit 240 Angehörigen der Bnei-Menashe-Gemeinde auf dem Flughafen Ben Gurion aufsetzte, wirkte die Szene wie unmittelbar der Bibel entsprungen. Familien weinten, als sie die Rollbahn betraten mit abgenutzten Gebetsbüchern und israelischen Flaggen in der Hand. Augenzeugen sprachen von einem Moment, auf den man seit Tausenden von Jahren gewartet hatte – und selbst die säkulare Medienlandschaft musste es dieses eine Mal genau so wiedergeben.

Für evangelikale Christen ist das weit mehr als eine rührende Geschichte. Die Rückkehr der Bnei Menashe aus Nordostindien ist für sie ein lebendiges Zeichen – eines, das Gläubige ausrüstet, Antisemitismus mit biblischer Wahrheit zu begegnen und der Welt zu verkünden, dass der Gott Israels noch immer auf dem Thron sitzt.

Die Bibel hat die zehn nördlichen Stämme Israels nie vergessen – jene Stämme, die das Assyrische Reich im Jahr 722 v. Chr. gewaltsam zerstreut hatte. Durch den Propheten Jesaja gab Gott die klare Verheißung: „Er wird die Verstoßenen Israels sammeln und die Zerstreuten Judas von den vier Enden der Erde zusammenbringen“ (Jesaja 11,12).

Die Bnei Menashe, die sich als Nachkommen des Stammes Manasse sehen – eines dieser verlorenen Stämme –, sind für viele Gläubige die lebendige und buchstäbliche Erfüllung dieser prophetischen Zusage.

Ihre beeindruckende Reise aus den abgelegenen Bergregionen Manipur und Mizoram in Nordostindien ins Land Israel gilt als Erfüllung eines „zweiten Exodus“, den Jeremia ankündigte – eines Auszugs, der sogar die Befreiung aus Ägypten in den Schatten stellen würde (Jeremia 23,7-8).

Jeremia spricht dabei ausdrücklich von einer Rückkehr „aus dem Land des Nordens“ (Jeremia 31,8-9) – genau jener Richtung, aus der die zehn Stämme einst ins Exil geführt wurden. Und Hesekiel 37,21-22 prophezeit, dass die beiden Häuser Israels – Juda und „Joseph“ (die nördlichen Stämme) – eines Tages wieder zu einem einzigen Volk im Land vereint sein werden.

Jahrhundertelang konnten diese Worte nur als eschatologische Dichtung, als ferne Endzeitvision gelesen werden. Heute werden sie durch konkrete Ereignisse und Medienberichte sichtbar und dokumentiert.

Genau hier wird die Geschichte der Bnei Menashe zu einer wirksamen Waffe gegen den aktuellen Zeitgeist. Die Propheten stellen die Sammlung Israels nie als privaten Vorgang dar, sondern als öffentliches Schauspiel vor den Augen aller Völker. „Ich werde mich an euch vor den Augen der Nationen als heilig erweisen“, erklärt Gott in Hesekiel 36,23. Die Rückkehr des jüdischen Volkes soll den Nichtjuden (den „Heiden“) ein lebendiges Zeugnis des lebendigen Gottes sein.

Eine umfassende Medienanalyse von November 2025 bis Mai 2026 zeigt, dass die Alija der Bnei Menashe eine wahrhaft globale Medienwelle ausgelöst hat. Über 70 Nachrichtenbeiträge erschienen in Medien aus allen Kontinenten und quer durch alle politischen Lager. In Israel berichteten die Jerusalem Post und Ynetnew sausführlich. In Indien war die Berichterstattung von der Times of India bis India Today besonders umfangreich.

Doch es geht noch weiter: Der Sender „Deutsche Welle“ in Deutschland, Chinas Sohu.com, Frankreichs La Croix, Pakistans Express Tribune, Nigerias Newswatch und das amerikanische JNS.org griffen die Geschichte auf. Sogar das arabische Portal Al Bawaba und die klar linksliberale israelische Zeitung Haaretzveröffentlichten sachliche, nüchterne Berichte – „Israel fliegt 240 Bnei Menashe aus Indien ein“, titelte Haaretz– ohne jede ideologische Verrenkung. Die Geschichte war so offenkundig real, dass keine noch so starke ideologische Filterung sie unterdrücken konnte.

Auf den sozialen Medien sind die Zahlen schlicht atemberaubend. Der Hashtag #BneiMenashe erreichte allein an einem Tag 1,5 Millionen Impressionen auf X (Twitter). YouTube-Videos kamen auf über 3,25 Millionen Aufrufe, darunter ein Clip der Ankunft in Israel mit 1,2 Millionen Views und 50.000 Likes. Auf Reddit explodierten die Diskussionen mit Tausenden von Kommentaren.

Die Welt schaut in Echtzeit auf ihren Smartphones zu, wie sich eine uralte biblische Prophezeiung vor ihren Augen entfaltet. Das ist Jeremia 33,9 in Aktion: „Sie werden staunen und zittern über all das Gute und den Frieden, den ich ihm schenken werde.“

Die Rückkehr der Bnei Menashe zerlegt die Ersatztheologie – die Vorstellung, die Kirche habe Israel dauerhaft in Gottes Heilsplan ersetzt – und zeigt eindrücklich, dass Gott seinem Bund mit den leiblichen Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs treu bleibt.

Zugleich widerlegt sie die Lüge, der moderne Staat Israel sei ein koloniales Projekt. Wenn eine arme, Stammesgemeinschaft aus dem indischen Grenzgebiet ins Flugzeug steigt, weil sie 2.700 Jahre lang an der Überzeugung festgehalten hat, eines Tages in ihr Land zurückzukehren – und die Weltpresse dies als Nachricht berichtet –, dann entziehen solche Ereignisse antisemitischen Verschwörungstheorien den Sauerstoff.

Evangelikale Christen sind wie keine andere Gruppe prädestiniert, die Führung im Kampf gegen Judenhass zu übernehmen – gerade weil wir das Wort Gottes wörtlich nehmen. Wir können ohne Scheu sagen, was die Propheten bereits verkündet haben: Die Sammlung des jüdischen Volkes in seiner angestammten Heimat ist Gottes eigenes Zeichen an die Völker – ein Beweis für die Heiligkeit Seines Namens und Seine lebendige Wirksamkeit heute.

Wie Sacharja 8,23 es voraussieht, werden einst Menschen aus allen Sprachen und Völkern einen Juden am Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: „Lasst uns mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.“ Die Heimkehr der Bnei Menashe ist das erste Morgenlicht jenes Tages.

So erhebe die Kirche ihren Blick. Verbreitet die Nachricht. Postet die Videos. Zitiert die Schriftstellen. Wenn jemand antisemitische Klischees wiederholt, zeigt auf die indische Großmutter, die den Boden ihres biblischen Erbes betritt. Erinnert sie daran: Das ist keine Politik – das ist Prophetie.

Es ist das unmissverständliche, öffentliche und weltweit Zeugnis, dass der Herr – der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – lebt, seine Verheißungen hält und den Weg für seinen Sohn bereitet.