Ein Sommer der Hoffnung
- Leni Stang
- Kategorie: News Holocaust-Überlebende
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Als die Sommerhitze einsetzte, nahmen einige Christen aus unserem Team ihren wohlverdienten Urlaub. Aber auch dem geschrumpften Team gelang es, unseren Bewohnern die wichtige persönliche Zuwendung und Abwechslung zu bieten, die das Haifa-Heim für Holocaustüberlebende zu einem so besonderen Ort machen.
Gefühl von Normalität
Auch wenn die Sorgen um die regionale Sicherheitslage weiterhin zum Alltag gehören, haben wir uns nach dem jüngsten Konflikt mit dem Iran besonders darum bemüht, unseren Bewohnern wieder mehr Begegnungen mit der Außenwelt zu ermöglichen. Ob gemeinsames Training am Strand, ein Eis oder ein Besuch im Café in der Nachbarschaft – diese Ausflüge haben dazu beigetragen, ein Gefühl von Normalität, Freundschaft und Freude zurückzugewinnen.
Mit denjenigen, die längere Wege bewältigen können, haben wir Museen in Haifa besucht, darunter das Eisenbahnmuseum. Dort konnten unsere Bewohner die faszinierende Geschichte des Eisenbahnverkehrs in Israel kennenlernen, die bis ins Jahr 1892 zurückreicht.
„Je mehr ich durch Israel reise, desto mehr staune ich, wie die Menschen aus dem Nichts etwas Schönes geschaffen haben“, schwärmt Etta anschließend. „Ich bin sehr dankbar, dass ihr uns an verschiedene Orte mitnehmt und uns ermöglicht, Neues zu entdecken.“
„… und wieder einmal habe ich etwas Neues gelernt“, fügte Arnold hinzu. „Ich habe das wahre Verheißene Land gesehen, das so schön gepflegt wird. Das macht mir bewusst, warum dieses Land es wert ist, geschützt zu werden.“ Unsere Ausflüge sind für die Bewohnern nicht einfach nur schöne Tage außerhalb des Heims, sondern vertiefen die Verbindung zu Israel und schaffen wertvolle Erinnerungen.
Neue Leidenschaft: Boxen!
Unser Physiotherapieraum ist weiterhin ein Ort der Kreativität und Ermutigung. Besucher sind oft überrascht, dort neben den klassischen Therapiegeräten auch Boxausrüstung vorzufinden. Unter fachkundiger Anleitung sind Boxübungen zu einer hervorragenden Möglichkeit für unsere Bewohner geworden, Koordination, Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit zu verbessern und zugleich ein gesundes Ventil für Stress und Frustration zu haben.
Manyas Erfolg
Unsere langjährige Bewohnerin Manya dokumentiert ihre Kindheitserinnerungen vom Holocaust in Transnistrien in Kunstwerken. Ihre Arbeiten sind in unserem Museum in Haifa ausgestellt. In den vergangenen Jahren brachte sie sich selbst die digitale Malerei bei und erschuf farbenfrohe Bilder am Computer. Fast jeden Tag malt sie ein neues Bild, begleitet von einem Gedicht, das von ihren Erlebnissen inspiriert ist.
In diesem Sommer wählte der HaGefen-Verlag eine Sammlung ihrer digitalen Gemälde für seinen jährlichen Kalender aus. Während einer von Nancys Kunststunden wurde Manya der fertige Kalender überreicht – ein unvergesslicher Moment!
„Heute ist ein Tag voller Licht und Freude“, rief Manya aus. „Das ermutigt mich so sehr. Es ist der Traum jedes Künstlers, dass andere Freude an dem haben, was er erschafft.“
Küchenchef Shay
Der hebräische Name Shay bedeutet „Geschenk“ – und genau das ist Shay für unser Haifa-Heim geworden.
Verliebt
Nachdem er bereits seit einigen Jahren immer wieder im Haifa-Heim ausgeholfen hatte, kam er vor etwa sechs Monaten offiziell als Küchenchef zu uns – weil er sich in diesen Ort und besonders in die Bewohner verliebt hatte.
Shay wuchs in Jerusalem auf, in einem ungewöhnlichen Elternhaus: Mit einem muslimischen Vater und einer jüdischen Mutter. Seine kulinarische Laufbahn begann der 38-Jährige im Alter von sieben Jahren, als sein Vater – selbst Koch und Restaurantbesitzer – ihn in der Küche mitarbeiten ließ, damit er sich ein besonderes Paar Sportschuhe verdienen konnte. Dabei entdeckte Shay seine Leidenschaft für das Kochen.
Mit 16 Jahren schrieb sich Shay an der renommierten Tadmor Culinary Academy ein, Israels ältester und größter Kochschule. Später studierte Shay am renommierten Danon Culinary Center in Tel Aviv, bevor er nach Paris reiste und dort die Kochschule Le Cordon Bleu besuchte, wo er sein Studium mit hervorragenden Leistungen abschloss.
Im Laufe der Jahre arbeitete Shay in verschiedenen Restaurants – und heute ist dieser hochkarätige Koch hier bei uns im Haifa-Heim, wo er das Gefühl hat, wirklich am richtigen Ort zu sein.
„Jeden Morgen stehe ich um 5.30 Uhr auf und komme mit Freude zur Arbeit“, sagte Shay lächelnd. „Ich habe einen so starken Wunsch, etwas Gutes für unsere Bewohner zu tun, für Menschen, die so viel durchgemacht haben. Wenn Sofi zu mir sagt: ‚Das war die beste Suppe, die ich je gegessen habe‘, bekomme ich eine Gänsehaut.“
Shay verwöhnt unsere Bewohner jeden Tag mit Mahlzeiten, die mit Sorgfalt, Kreativität und Herz zubereitet werden. Seine Gerichte sind nicht nur köstlich und liebevoll angerichtet, sondern auch gesund. Und sie werden immer mit einem herzlichen Lächeln serviert.
Liebe Spender,
vielen Dank, dass Sie das Haifa-Heim ermöglichen. Jeder Ausflug, jede Therapiesitzung, jede gemeinsame Mahlzeit, sind nur möglich, weil es treue Freunde wie Sie gibt. Ihre Unterstützung schenkt den Holocaustüberlebenden Würde, Trost, Hoffnung und Gemeinschaft. Wir sind Ihnen für Ihre Partnerschaft von Herzen dankbar.
Bitte unterstützen Sie unser Haifa-Heim für Holocaustüberlebende mit Ihrer Spende. Herzlichen Dank.
